Berliner*innen wünschen sich baulich getrennte Radwege

 

Mehr als 21.000 Berliner*innen haben an einer Umfrage der Initiative Fixmyberlin und der Tageszeitung Tagesspiegel teilgenommen. Die Umfrage wollte herausfinden, wie die Straßen der Zukunft aussehen sollen. Die Ergebnisse sind nun ausgewertet.

 

Getrennte Radwege werden von allen Verkehrsteilnehmer*innen favorisiert. © fixmyberlin.de

Die Umfrage zeigte den Teilnehmenden verschiedene Straßenszenen mit und ohne Radverkehrsinfrastruktur. Sie sollten angeben, wie sicher sie sich auf den dargestellten Straßen fühlen würden. Detaillierte Angaben, wie Nutzer*innen konkrete Straßengestaltungen subjektiv empfinden, gab es bislang kaum.

Die Erkenntnisse sollen die Umgestaltung der Berliner Straßen im Rahmen des Mobilitätsgesetzes unterstützen. Der Schwerpunkt der Umfrage lag zwar auf der Gestaltung von Radverkehrsanlagen, es nahmen aber auch mehrere tausend Menschen teil, die angaben, vorwiegend mit dem Auto, dem ÖPNV oder zu Fuß unterwegs zu sein.

Große Übereinstimmung

Die Ergebnisse zeigten eine große Übereinstimmung zwischen allen Teilnehmer*innengruppen und Stadtbezirken: Eine getrennte Führung der Verkehrsarten wird von allen als am sichersten empfunden. Dabei reicht eine Trennung durch Markierungen nicht aus – als am sichersten wurden baulich getrennte Radwege empfunden.

Das höchste Sicherheitsgefühl vermitteln breite Radwege, die rechts von parkenden Autos geführt werden. Wenn keine bauliche Trennung vorhanden ist, werden eingefärbte Radspuren als sicherer empfunden als lediglich durch weiße Trennlinien markierte.

Die wichtigsten Ergebnisse:

1. Radeln neben dem Gehweg (im Seitenraum) fühlt sich sicherer an als auf der Fahrbahn und wird auch von Fußgänger*innen akzeptiert, wenn genügend Platz da ist.

2. Radwege an Hauptstraßen, die 3,5 Meter breit sind erreichen im Durchschnitt 79,88 Prozent "sichere" oder "eher sichere" Bewertungen. Am besten sind sie grüngefärbt oder baulich getrennt (z. B. durch Poller).

3. Radstreifen zwischen fahrenden und parkenden Autos werden als sehr unsicher empfunden (58,35 % "sicher" oder "eher sicher"). Die bessere Alternative ist ein breiter Radweg rechts der parkenden Autos (94,22 % "sicher" oder "eher sicher").

4. Radfahren in Nebenstraßen, auch auf Fahrradstraßen, ist subjektiv deutlich unsicherer (69,42 % "sicher" oder "eher sicher"), wenn diese nicht für den Autoverkehr gesperrt sind (28,34 % "sicher" oder "eher sicher").

Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ, aber aufgrund der hohen Zahl der Teilnehmer*innen dennoch aussagekräftig. Der ADFC fordert seit langem, bei der Gestaltung von Radverkehrsanlagen den Fokus nicht nur auf objektive, sondern auch auf subjektive Sicherheit zu legen. Nur so wird es gelingen, Menschen aller Geschlechter und Altersklassen aufs Rad zu bringen und so die Verkehrswende zu schaffen.

Eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse gibt es auf https://fixmyberlin.de/research/subjektive-sicherheit. Der zugehörige Bericht im Tagesspiegel ist hier zu lesen: https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/strassencheck-ergbnisse-diese-strassen-will-berlin/

 

https://erlangen.adfc.de/neuigkeit/berlinerinnen-wuenschen-sich-baulich-getrennte-radwege

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

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