Radschnellwege ausgebremst

 

Es geht nur sehr schleppend mit der Planung und dem Bau der Radschnellwege in Erlangen und Umgebung voran. Schuld daran sind vor allem mangelnde personelle Ressourcen in der Stadtverwaltung und fehlende gesetzliche Grundlagen.

 

Radschnellweg in Göttingen
Radschnellweg in Göttingen © Christoph Mischke

In diesem Jahr sind erneut mehr Menschen auf das Fahrrad umgestiegen. Doch bei der Umsetzung wichtiger Radverkehrsprojekte in Erlangen und Umgebung sieht der ADFC Erlangen nur wenig Fortschritt. Dies gilt insbesondere für die geplanten Radschnellwege.

Planungsvereinbarung zwischen Fürth und Erlangen

Fürth und Erlangen streben derzeit eine Planungsvereinbarung für einen Radschnellweg zwischen den beiden Städten an. Auf Grundlage der 2017 veröffentlichten Machbarkeitsstudie für Radschnellverbindungen im Großraum Nürnberg soll zunächst eine Variantenuntersuchung möglicher Trassen in Auftrag gegeben werden. Dabei soll auch eine Führung entlang des Main-Donau-Kanals genauer untersucht werden.

Daneben befinden sich Radschnellverbindungen zwischen Erlangen und Nürnberg bzw. Erlangen und Herzogenaurach in Bearbeitung. In der heutigen Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschusses (UVPA) stellte sich allerdings heraus, dass die parallele Planung von drei Radschnellverbindungen mit der aktuellen personellen Ausstattung bei der Stadtverwaltung bei Weitem nicht leistbar ist. Eine nachrangige Behandlung der Radschnellverbindung Erlangen-Fürth ist daher erst ab dem Jahr 2025 möglich.

Keine zeitnahe Umsetzung der Radschnellwege nach Nürnberg und Herzogenaurach

Auch für den Radschnellweg zwischen Nürnberg und Erlangen ist kein zeitnaher Baubeginn in Sicht. Es befindet sich zwar ein Fördermittelantrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Bearbeitung, der Baubeginn des Radschnellwegs ist aber stark abhängig von der Planung und dem Bau der Stadt-Umland-Bahn (StUB). Zum derzeitigen Zeitpunkt ist nicht absehbar, ob mit dem Bau des Radschnellwegs vor dem Bau der StUB begonnen werden kann.

Für den Radschnellweg zwischen Erlangen und Herzogenaurach entlang der Aurachtal-Bahntrasse steht nach gegenwärtigem Stand eine Förderhöhe von 75% der Planungskosten (ca. 2 Mio. Euro) in Aussicht. Laut einem Bericht der Erlanger Nachrichten kann allerdings frühestens 2027 oder 2028 mit der Fertigstellung gerechnet werden. Einer möglichen Radschnellverbindung zwischen Büchenbach und der Herzo-Base entlang der Vorzugstrasse der StUB wurde von Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker zuletzt leider klar eine Absage erteilt. Dabei würde der Radverkehr von einer sicheren und bequemen Route abseits der stark vom Autoverkehr belasteten Ortskerne von Haundorf und Häusling sehr profitieren.

Der ADFC-Kreisvorsitzende Klaus Helgert sagt:

Wer dem Klimanotstand begegnen will, muss für Pendler*innen ein attraktives Angebot schaffen. Radschnellwege besitzen ein großes Potenzial zur Entlastung der Straßen.

Das aktuelle Bayerische Straßen- und Wegegesetz bremst den Bau von Radschnellwegen überall in Bayern aus. Nach bisheriger Rechtslage müssen Städte und Gemeinden solche Radwege planen, bauen und bezahlen. Dies geht mit einem ungeheuren Koordinationsaufwand einher. Um den Bau der Radschnellwege zu beschleunigen, sollten Bau, Wartung und Unterhaltung der Radschnellwege nach Ansicht des ADFC Landesaufgabe sein - wie dies z.B. auch bei Staatsstraßen der Fall ist. Dafür wäre aber eine entsprechende Änderung des Bayerisches Straßen- und Wegegesetzes notwendig.

 

https://erlangen.adfc.de/neuigkeit/radschnellwege-ausgebremst

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